Waiting for Mr. Wrong
Änderungen in Atlanta

Hey-ho!  Da bin ich (andlich!) wieder!

Da ich zuerst viel Stress hatte, dann krank wurde und anschließend ich Probleme mit meinem PC und MyBlog hatte, kam ich nicht zum Schreiben und Hochladen. Hoffentlich wird das in Zukunft etwas anders. >.<'

Der folgende Teil ist nicht der spannenste oder so, aber ich glaube, er ist wichtig, um Morgan und ihre Umgebung schon etwas kennen zu lernen und dann spätere Handlungen auffälliger zu finden. =)

Have fun!

your fai 

Am nächsten morgen packte Morgan ihre Tasche einige Kleidungsstücke. Heute wollte sie zu ihrer älteren Cousine Alice fahren. Alice war 27 Jahre alt, verheiratet mit einem netten jungen Mann, Louis, 28 Jahre alt, der in einer Anwaltskanzlei arbeitete. Sie hatten beide zwei Töchter, Sophie, 4 Jahre alt, und Nina, 5 Monate alt. Alice arbeitete eigentlich als Sekretärin in einem Büro, doch war sie zur Zeit immer noch zu Hause, denn sie wollte eigentlich bald wieder arbeiten, doch jetzt wurde Nina geboren und so blieb sie halt in der Wohnung mit den Kindern. Um ihr für zwei Wochen bis zur Schule unter die Arme zu greifen, wollten Morgan zu ihr. Die junge Familie wohnte in Atlanta, was dem Mädchen sehr erfreute, denn sie hatte wenigstens sie in ihrer Nähe.

 

Huckepack nahm sie die Tasche auf die Schulter und stieg die Treppen runter. Unten knallte Morgan ihr Gepäck auf den Boden und rief nach ihrem Vater, der immer noch in der Küche hockte und über seiner Zeitung saß. Am Wochenende hatte eigentlich regelmäßig frei, ab und zu wurde er dann auch in die Firma gerufen. Aber heute nicht!

Genervt rief er ihr zurück, sie solle sich noch einen Augenblick gedulden. Sie könne ja schon ihre Tasche in den Wagen bringen, der Schlüssel sei auf der Kommode. Schnell griff Morgan nach den Schlüsseln und ging in die Garage. Fix war das Gepäck verstaut und schon saß sie auf dem Beifahrersitz, während sie nach einem vernünftigen Radiosender suchte. Eine Minute später war auch der Vater im Wagen. Der Motor wurde angeschmissen und schon ging es los. Nach einer Stunde war Morgan bei Alice in der Wohnung, sie saßen alle beisammen im Wohnzimmer und tranken Kaffee und aßen Kuchen. Das Mädchen freute sich sehr, wieder bei ihrer Lieblingscousine zu sein. Während ihr Vater mit Alice und Louis sprach, spielte Morgan mit den zwei kleinen Mädchen. Sie war so sehr entzückt von diesen drolligen Schwestern, dass sie die Zeit vergaß und es fast nicht gemerkt hätte, wie ihr Vater wegfuhr. Schnell, kurz und bündig verabschiedete Morgan sich von ihm und ging wieder zu den Kindern. Alice trat nach zwei Minuten ins Kinderzimmer herein und schloss die Tür hinter sich. Louis musste sich wohl wieder in seinen Computer gesetzt haben, denn manchmal gab es Tage, da kam er nur zum Schlafen und Essen von der Arbeit, weil es sich alles in der Kanzlei stapelte.

Mit einem scharfen Blick beäugte Alice ihre jüngere Cousine. Ein kleines Lächeln konnte sie sich nicht verkneifen. Nett fragte sie: "Kannst du mal kurz aufstehen?"

Verwundert stand Morgan langsam auf. Alice stellte sich ihr gegenüber und nahm das Mädchen kurz in den Arm. "Du bist groß geworden! Nur noch eine halbe Kopfspanne trennt unsere Kopfspitzen. Und deine Haare sind auch viel länger! Was ist mit dir passiert? Hast du dich vielleicht ein wenig vernachlässigt? Unter deinen Augen stapeln sich nur so die Augenringe, deine Gesichtsfarbe ist die einer Leinwand und deine Augen haben einen leicht fiebrigen Glanz. Bist du vielleicht krank?" Alice befühlte schnell die Stirn ihrer Cousine. "Nein, ich fühle nichts. Du nimmst doch keine Drogen?!", fragte sie empört.

Mit einem müden Lächeln schüttelte Morgan ihren Kopf leicht. "Die Augenringe habe ich, weil ich in letzter Zeit so schlecht schlafe. Die Blässe kommt davon, dass ich die Sonne irgendwie meide, keine Ahnung warum. Und der Glanz, na, den kann ich mir nicht erklären." Mit einem forschenden Blick suchte das Mädchen das Zimmer nach einen Spiegel ab, fand schließlich nur einen kleinen, der aber reichen musste. Sie betrachtete ihre Augen im Spiegel und stellte das gleiche fest wie ihre Cousine.

Alice lächelte in sich hinein. Sie hatte ihre kleine Cousine seid fast zwei Jahren nicht mehr gesehen, sie war schon richtig groß geworden. Ihre dunkelbraunen Haare reichten ihr inzwischen bis an die Hüfte, sie war schlanker und größer geworden. "Wie alt wirst du noch mal dieses Jahr? 18?"

Ganz wie aus einer Traumwelt erwacht drehte sich Morgan zu ihr um, ohne auch wirklich mitbekommen zu haben, was sie gesagt hatte. "Was? Wie? Wie alt ich werde? Ähm ... ja. 18. Am 31.10. Lustiges Datum ...", sagte sie wieder etwas abwesend, als sie in den Spiegel wieder hineinsah. Sie konnte sich nicht erklären, woher auf einmal der Glanz in ihre grünbraunen Augen gekommen ist. Ansonsten waren sie doch immer ungewöhnlich matt. Man hat Morgan des Öfteren auf diese Mattheit in ihren Augen angesprochen, ob es vielleicht eine Krankheit sei.

Wie immer sah Alice wieder auf ihre Armbanduhr und stellte fest, es war schon 18 Uhr. Schnell nahm sie die kleine Nina mit ins Bad und wusch sie zärtlich, da sie zeitig ins Bett musste. Sophie durfte noch ein bisschen aufbleiben. Nach einer Viertelstunde war Nina wirklich schnell hergerichtet gewesen und wurde in ihr Kinderbettchen im Schlafzimmer der Eltern gelegt. Um das Kind nicht zu stören scheuchte Alice Louis mit seinem Laptop aus dem Schlafzimmer und verbann ihn in die Küche. Als sie auch gleich dort war, machte sie Abendbrot für Louis, Morgan und sich, da die zwei Kleinen schon früher gegessen hatten. Die zwei Cousinen verzogen sich ins Wohnzimmer, wo sie noch einiges zu erzählen hatten. Louis tippte und tippte, verglich Tabellen und Angaben, sortierte Akten und Ordner, schließlich war sein Tee kalt und das Brot gammelte vor sich her, als er es mit ein paar großen Happsen verschlang und fast daran erstickt wäre. Ein kräftiger Schlag auf den Brustkorb und alles ging wieder seiner gewohnten Wege. Dem Tee spülte er runter, wie hochprozentigen Alkohol. Das Geschirr packte er artig in die Spülmaschine und schmiss sich dann doch wieder in die Arbeit.

Währenddessen saßen und aßen Alice und Morgan gemächlich ihre Stullen und tranken den Tee mit kleinen Schlucken. Ab und an hörte man in der Küche ein Gelächter aus dem Wohnzimmer und ab und zu hörte man im Wohnzimmer einen genervten, stets unterdrückten, Aufschrei, der sich in einem lauten Schnaufen wiedergab. Doch ließen sie sich davon nicht aus dem Konzept bringen und redeten weiter.

"Wie ich höre, ist es dir also in der Zeit, in der wir uns nicht gesehen haben, sehr gut ergangen! Was die Noten und Lehrer angeht, Schwamm drüber! Schnee von gestern! Jetzt hast du ja eine Chance auf einen völligen Neuanfang. Es wird dir hier schon irgendwie gefallen!", probierte Alice Morgan die ganze Situation zu schmücken.

"Das schlimmste für mich ist ja, dass ich bestimmt nicht so schnell neue Freunde finde. Irgendwie bin ich der absolute Anti-Magnet für neue Bekanntschaften ...", grummelte das Mädchen.

"Wenn das dein Problem ist ... Ich muss dir aber sagen, so wie du rumläufst, bist du doch ein bisschen abschreckend für einige Leute. Morgen gehe ich mit dir Einkaufen und zum Friseur. Deine Haare sind sehr lang, sie sind dünn und es macht sich nicht so gut so lange, dünne, glatte Haare zu haben, weil es dich schon fast mager erscheinen lässt. Einige finden das zwar schön, aber so wie du bist, siehst du besser aus, gesünder, sportlicher. Also: die Haare werden geschnitten - Brusthöhe würde ich mal sagen. Außerdem werde ich dich ab morgen scheuchen mit den Kleinen spazieren zu gehen, kommst an die frische Luft und etwas Farbe ins Gesicht! Was den merkwürdigen Glanz in deinen Augen angeht, den werden wir schon los, ich habe da meine Wege und Mittel!", lachte Alice wie ein kleines Schulkind. Während sie so erzählte, machte Morgan nur große, etwas verängstigte Augen. Ihre Haare, die sie so lange schon wachsen ließ, sollten ab. Einkaufen, war ja an sich schon eine Qual, wenn's in die falschen Läden geht. Aber wenn sie so überlegte, die Spaziergänge würden bestimmt viel Spaß machen, nur müsste sie schrecklich aufpassen, dass da wirklich nichts passiert.

"Und, was hältst du von den Plänen?" Alice freute sich wirklich darauf, Morgan etwas zu verändern. Sie hatte nicht vor ihren Stil zu ändern, aber sie sollte mal aus den tristen Klamotten in schwarz, dunkelblau und dunkelgrün rauskommen und vielleicht Pastelltöne tragen. Außerdem, eine etwas pfiffigere Frisur würde ihr nicht schaden, nicht ständig die langen, dunklen, strähnigen Haaren, die so fielen, wie es grade kam.

"Na ja, mal sehn ... Vielleicht finden wir ja was brauchbares in den Läden und eine neue Frisur, vielleicht kann ich mich damit auch anfreunden." Die Begeisterung selbst schien sie nicht zu sein.

"OK, morgen stürzen wir uns ins Getümmel der Läden. So viel ich weiß, hat Louis morgen frei, er hat ja schließlich genügend mit nach Hause mitgenommen zum Arbeiten. Erst mal werden wir einkaufen gehen und dann machen wir einen langen Spaziergang mit Sophie und Nina. Dann zeige ich dir auch die besten Plätze hier in der Nähe zum hingehen mit den Kleinen", zwinkerte Alice ihr zu. Ein verschmitztes Lächeln umspielte Morgans Mundwinkeln.

Nachdem die Beiden von ihrem Thema "Umwandlung" abgekommen waren, erzählten sie sich noch weiterhin einiges. Inzwischen war Sophie schon lange im Bettchen und die Standuhr im Flur, die die zwei zur Hochzeit bekommen haben, schlug 1 Uhr in der Frühe.

Alice stand auf und ging in die Küche. Louis stütze sich noch mit seinem linken Arm ab, doch fielen ihm langsam die Augen zu. Die junge Frau trat an ihn heran, drückte auf die Speicher- Taste im Laptop, lud ihn herunter und klappte ihn zu. Zwar protestierte ihr Mann dagegen, doch sie küsste ihn nur auf die Stirn und schickte ihn ins Schlafzimmer, das er sich endlich hinlegen solle. Mit einem müden Lächeln verzog er sich erst ins Bad und dann ins Schlafzimmer. Als Alice wieder im Wohnzimmer war rieb sich Morgan schon die Augen. Die letzten Nächte konnte sie nur schlecht schlafen und heute morgen wachte sie wieder so früh auf. Ihre ältere Cousine wies sie darauf hin, dass sie das Sofa gleich machen würde und Morgan sich inzwischen waschen und umziehen sollte. Das Mädchen stand erschöpft auf und ging ebenfalls ins Bad. Nach dem Waschen zog sie ihren Pyjama an. Das war der einzig vernünftige, den sie in ihren Sachen finden konnte, ein rosa Schlafanzug. Der Rest, den sie hatte, war entweder von ihrer Mutter weggeworfen worden, zu alt oder zu klein.

Langsam stapfte Morgan ins Wohnzimmer zurück. Ein kurzer Gute-Nacht-Kuss auf die Wange von Alice und ihre Cousine war aus dem Raum verschwunden. Müde verkroch das Mädchen sich unter ihre Bettdecke und schlief fast sofort ein.

Am nächsten morgen wurde sie um 9 Uhr, durch die Geräusche in der Wohnung, geweckt. Das war die erste Nacht seit langem, die sie ohne von irgendetwas zu träumen schlief. Morgan krabbelte aus dem Bett und ging in die Küche, wo sie auch Alice, Sophie und Nina begrüßten. Louis schlief noch ein wenig, da er sich endlich auch mal ausruhen sollte. Nach dem Frühstück, wurde auch der Hausherr geweckt. Das Mädchen zog sich an und um 10 Uhr konnte sie schon mit Alice losgehen. Als erstes war der Friseur dran. Morgan konnte sich durchringen und ließ sich von ihrer Cousine überreden, sich von ihren Haaren halbwegs zu trennen. Alice gab dem Friseur die nötigen Anweisungen und schon konnte das Geschnippsel losgehen. Nach einer halben Stunde hatte sie's überstanden und das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Zwar hingen ihr immer noch die Haare runter, doch jetzt waren sie nicht mehr so schwer, sodass sie mehr Volumen hatten. Ein leicht fransiger Pony ließ Morgan kesser erscheinen, was auch ihrem Wesen eigentlich entsprach. Ja, sie musste zugeben, ihr gefiel die neue Frisur. Doch das schlimmste sollte ja auf sie zukommen: Boutiquen! Das Mädchen konnte solche Schikie-Mickie-Läden nicht leiden!! Jedoch auch in diesem Fall konnte Alice sie dazu überreden. Nach zwei Stunden vergeblicher Suche, hatte sie lediglich nur ein Hose und zwei Oberteile kaufen können. Den sturen Bock Morgan konnte man einfach nicht von diesen Kleidungsstücken überzeugen. Sie hatte sich ein lockere, lange, dunkelblaue Jeans, ein etwas engeres, hellblaues T-Shirt mit einem Snoopy auf dem Rücken und ein dunkelviolettes, enges Top mit schwarzen Stickereien an den Säumen gekauft. Alice war da etwas freimütiger mit dem Geld und machte einen kleinen Großeinkauf, der, ihrer Meinung nach, schon lange fällig war.

Morgan und Alice ließen sich auf einer Bank mit ihren Einkaufstüten und jeweils einem Eis in der Hand nieder. Mal wieder verfiel ihre ältere Cousine in einen Wortschwall und erzählte von diesem und jenem. Verstohlen schielte Morgan aus ihren Augenwinkeln zu ihr rüber. Ihre von der Sonne aufgehellten dunkelblonden Haare fielen ihr gerade so über die Schulter. Sie hatte ein schönes Gesicht, das viel Wärme und Verständnis widerspiegelte. Ihre dunkelblauen Augen hatten etwas strahlendes, außergewöhnliches. Ihr Körper war wohlgeformt und elegant.

Morgan starrte wieder auf ihr Eis. Sie beneidete ihr Cousine wirklich sehr. Wie sehr sie sich doch so oft wünschte so zu sein wie sie?! Gedankenversunken schleckte sie weiter an ihrem Eis.

"Und was hältst du davon?", fragte Alice.

Erschrocken blickte Morgan auf und setzte sich gerade hin. "Wie bitte?"

"Hast du mir nicht zugehört? Ich habe dich um deine Meinung gefragt: Was hältst du davon?"

"Wovon?", fragte sie immer noch irritiert.

"Davon, dass eine aus meinem Schreibpool sich mit dem Chef eingelassen hatte, um befördert zu werden!!", sagte sie mit einem beleidigten Schnauben.

"Ach, das meinst du!", lachte das Mädchen auf, obwohl sie keine Ahnung hat, was ihre Cousine jetzt genau von ihre hören wollte. "Ich bin der Meinung, das es nicht richtig ist, aber es doch ihre Sache ist!" Hoffentlich wird es sie zufrieden stellen, dachte sich Morgan.

"Du hast mir wirklich nicht zugehört! Die hat mir die Beförderung vor der Nase weggeschnappt! Worüber hast du denn so intensiv nachgedacht, wenn du mir nicht zu hören konntest?", fragte Alice verwundert und etwas mürrisch.

"Ups!" Ups, das ist das einzige was ich zu Stande bringe?, dachte Morgan wütend über sich nach. "Tut mir leid. Ich war mit meinen Gedanken ganz wo anders, ist nicht wichtig, wo."

"OK, lassen wir es auf sich beruhen", winkte ihre Cousine lässig ab.

Nachdem sie noch ein wenig geplaudert haben, machten die beiden sich auf den Weg nach Hause zurück. Alice machte sich den Weg über zurück über Louis lustig, wenn sie sein gestresstes Gesicht zu sehen bekam. Er war zwar unter Zeitdruck, doch unter diesen Punkt dramatisierte er immer schamlos, berichtete Alice. Und immer wenn er unter diesen ominösen großen Zeitdruck stand, hatte er immer ein zum Schreien süße Gesicht. Zwar konnte Morgan nicht ganz die Auffassung ihre Cousine folgen, als sie sich selbst die Miene angesehen hatte, aber was wollte sie denn schon? Schließlich waren die ein Ehepaar und führten sich manchmal immer noch wie frisch verliebt auf, wenn Louis nicht seinen Stress hat.

Nach dem Mittagessen schliefen die Kleinen eine Runde und die drei anderen unterhielten sich einwenig. Als die Kinder wieder wach waren und erholt, gingen sie raus. Bei der Gelegenheit zeigte Alice Morgan ein wenig die Gegend, damit sie sich nicht verlief, wenn sie mit Sophie und Nina unterwegs war. Nachdem die Kleinen etwas gespielt hatten und es dann auch schon spät genug für den Heimweg war, machten die vier sich auf die Socken. Wie auch am Vorabend arbeitete Louis bis spät in die Nacht. Und so ging auch der zweite Tag für Morgan in Atlanta zu ende.

Die nächsten Tage vergingen weniger anders. Das Mädchen half ihrer Cousine im Haushalt, beschäftigte die Kinder, ging mit ihnen spazieren, griff Louis unter die Arme, wenn sie mal konnte und er ihr's erlaubte, damit ja keiner seine Aktenberge durcheinander brachte. Und manchmal saßen Alice und Morgan abends vor dem Fernseher, wenn Sophie und Nina schliefen und Louis fleißig arbeitete, und schauten sie schlechte Seifenopern an, über die sie sich dann im Nachhinein lustig machten oder sie schauten sich andere Filme an, wie Taschentuchfilme oder Komödien. Langeweile hatte das Mädchen auf keine Fall. Sie hatte sogar schon Bekanntschaft geschlossen mit anderen Mädchen oder jungen Frauen, die ihre Kinder oder die, eines anderen, zum Spaziergang mitnahmen. Da saß sie mit ihnen auf einer Bank, passte auf, das Sophie nichts passierte, wenn sie im Sandkasten spielte, beschäftigte Nina oder lullte sie im Arm und redete nebenbei. Es machte ihr von mal zu mal mehr Spaß, bis Morgan irgendwann doch fast zu spät nach Hause gekommen wäre. Da durfte sie sich ein Donnerwetter einstreichen, aber sie sah es ein, dass sie es verdiente. So waren nun die zwei Wochen verstrichen und sie musste wieder zu ihren Eltern. Alice und ihre Familie brachten sie nach Hause und statteten auch gleich nebenbei Morgans Eltern einen Besuch ab.

Wieder in ihrem neuen Zuhause ging das Mädchen die Treppe hoch zu ihrem Zimmer. Sie machte die Tür auf und in ihrem möblierten Zimmer standen noch zwei-drei Kisten mit persönlichen Kram, den sie noch nicht eingeräumt hatte. Morgan hatte keine Zeit gehabt dazu, schließlich fuhr sie schon am dritten Tag, nachdem sie in dieses Haus eingezogen waren, zu ihrer Cousine!

26.12.06 12:50


#1 "Wohin hat's mich verschlagen?!"

Hallo =)

Diesen Blog habe ich für eine Geschichte erstellt, an der ich schreibe. Und hier lade ich auch das erste kapitel hoch. Es würde mich total freuen und ich fänd es echt supi, wenn es wem gefallen würde. Kommis sind gern gesehen. Das Layout werde ich noch etwas bearbeiten, aber zurzeit hab ich nicht soo viel dazu dafür. Sorry.

Na ja, viel Spaß mit dem ersten Teil von "Waiting for Mr. Wrong", das ich für meine Freundinnen anfing zu schreiben. =)

Fay

 

 

Es war Mitte August, der Himmel war leicht bewölkt. Es roch in der kleinen Straße nach Gras, frischem Gras, da heute einige, wegen dem guten Wetter, ihren Rasen mähten. In einer kleinen Vorstadt, wie dieser hier, in einer kleinen Straße, in der jeder jeden kannte, wie jenen hier, traf man sehr oft nette, öfters ältere Leute, an. Aber nicht nur alte Personen, sondern andere Familie, mit Kindern, lebten hier. Es war sehr angenehm, die Gegend. So friedlich ... und so stink langweilig, dachte sich Morgan. Seit gestern bewohnt sie dieses Haus mit ihren Eltern und ihrem älteren Bruder in diesem "Kaff", wie sie es pflegte zu nennen. Ihr Vater wurde in diese Gegend von seiner Firma versetz, ihre Mutter plante ein eigenes Geschäft aufzumachen und ihrem Bruder war es echt egal, wohin sie zogen, Hauptsache er bekäme noch seine Kohle in die Tasche geschoben und 'n Dach überm Kopf mit Allround-Service. Dieses Jahr hatte Ben, ihr Bruder, das Collage abgeschlossen und das reichte ihm, denn das Einzige was er vernünftig beherrschte war sich prügeln und Football. In der Schule loste Ben so was von ab, das sich Morgan schrecklich für ihn schämen musste, wenn jemand sie darauf ansprach.
Morgan konnte sich das Zimmer unterm Dach erkämpfen. Zwar wollte sie es neu tapezieren, doch war ihre Mutter anderer Meinung. `Das ist nicht nötig! Die Farbe ist doch schön, es bleibt dabei!!´ Wie kompromisslos, dachte sich das Mädchen während sie sich auf ihrer Fensterbrett gemütlich machte. Frische Luft und der Geruch gemähten Rasens stieg ihr in die Nase. Kurz schloss sie ihre Augen und sah noch vor sich ihre Freunde, ihr altes Zimmer, ihre geliebte Heimatstadt L.A. Und wo war sie jetzt gelandet? In einem Kaff, in einem Vorort von Atlanta!
"Morgan? Kommst du bitte runter? Essen ist fertig." Von unten rief ihre Mutter zu Tisch.
Wieso grade in den Sommerferien? Durch den Umzug konnten sie nirgendwo verreisen, obwohl sie sich dieses Jahr so darauf gefreut hatte. Dieses Jahr war es ein angenehm warmer Sommer und sie mochte oft in der Sonne zu liegen. In dieser Jahreszeit gab es nichts schöneres, wenn es ihr langweilig war, in der Sonne zu liegen und irgendeine Zeitschrift lesen oder Musik dazu hören. Doch heute war sie wirklich trübselig drauf, da hatte sie dazu nicht wirklich die Laune.
Langsam schlurfte sie die Treppen runter. Im Esszimmer setzte sie sich an die eine breitere Seite des Tisches und sah sich das heutige Abendbrot an. Welch ein Genuss - irgendwelche komisch gefärbten Kartoffeln, zu sehr durchgekochtes Gemüse und ein Spiegelei auf Speck ... Nein, Morgan hatte sich wirklich was anders als Festmahl erwartet, aber wer wird denn hier meckern? Ben schaufelte das Essen in sich hinein, die Eltern immer mit der Ruhe und das Mädchen stocherte appetitlos im Gemüse rum. Die Kartoffeln hatte sie inzwischen sorgfältig in ihre Bestanteile zerlegt, das Spiegelei war nicht mehr wiederzukennen und das Gemüse musste grade auch dran glauben.
"Es ist schon fast widerlich, dir grade beim Essen zuzusehn!", nörgelte wieder der Vater an ihr. Das war ja nun nichts Neues für sie und an das hat sich Morgan gewöhnt. Sie nahm also geringfügig davon Notiz.
"In zwei Wochen fängt das neue Schuljahr für dich an. Freust du dich schon?", strahlte ihre Mutter.
"Nein, Ma. Wenn's nach mir ginge wären wir in L.A. geblieben." Ihr Vater sah das Mädchen wütend an.
"Steh auf vom Tisch! Geh auf dein Zimmer, gute Nacht! Es wird immer schlimmer mit dir, mein Fräulein!!", zeterte er. Die Mutter sah ihn etwas erblasst an und Ben schaufelte weiter das Essen in sich hinein. Immer und immer wieder legte er sich was noch drauf und sein Magen schien ein bodenloses Fass zu sein. 
Ohne eine Miene zu verziehen stand Morgan auf und ging auf ihr Zimmer. Was soll's, dachte sie bei sich. Einen Abend ohne Essen ist kein Problem, weshalb auch. Öfters ließ sie das Essen aus. Es sah man ihr nicht wirklich an, aber es interessierte sie nicht wirklich. Jetzt, seit sie umgezogen war, war ihr alles mögliche egal. Sie war nicht der Typ, der schnell Freunde fand, eher die sie. Morgan öffnete ihre Zimmertür und trat betrübt hinein. Wieder setzte sie sich auf die Fensterbank und sah hinaus. Es wurde langsam immer dunkler, alles wurde in ein warmes Rot-Orange eingehüllt. Das Mädchen lehnte sich zurück und schloss die Augen.

Die Nacht schlief Morgan schlecht, denn wieder träumte sie von L.A. Sie hing schrecklich an ihrer alten Heimatstadt. Sie vermisste ihre Freunde.

~tbc~

25.11.06 16:26



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